Über 1000 Euro bei der Xmas-Feier für Aktion Lichtblicke gesammelt

Dreieinhalb Stunden Programm. Damit war die Digitale Xmas-Feier des RSV Altenbögge nicht nur abendfüllend, sondern „fast“ so lang wie das Live-Pendant der vergangenen Jahre im Zechenturm. Geboten wurde den Fans ein Potpourri aus Weihnachtsliedern, Grüßen von Fans an Fans und Spieler, eine Spendenaktion sowie ein sportlich, spaßiger Wettkampf zweier Mannschaften.

„In der Spitze wurde von 130 Geräten gestreamt“, freute sich Dustin Wollek über die Resonanz. Das bedeute, dass zwischen 500 und 600 Zuschauer die Show verfolgten. „Die meisten saßen ja als Familie vor dem Fernseher.“ 1300 Aufrufe habe der Youtube-Kanal gehabt.

Die Show wäre auch genau zum richtigen Zeitpunkt gelaufen. „Direkt vor dem Lockdown konnten unsere Anhänger noch eimal ein positives Gefühl mit in die Weihnachtszeit nehmen“, sagte der Medienbeauftragte des Handballvereins. Erste Überraschung der daran wahrlich nicht armen Live-Sendung: Auf der Moderationsbühne saßen nicht Engelchen und Teufelchen, sondern Bernd Lublow mit der Aufschrift Engelchen auf dem schwarzen T-Shirt und neben ihm Jens Schulte-Vögeling. Der Trainer der Verbandsligamannschaft der Altenbögger vertrat Dennis Geckert, der sich aus Vorsicht wegen leichter Erkältungssymptome in freiwillige häusliche Quarantäne begeben hatte. Viele hätten ja schon geahnt, dass Geckert als aktiver Linksaußen der „Roten Teufel“ die Fraktion Hölle repräsentiere, löste Lublow das erste Rätsel nach den Podcastidentitäten bei der Begrüßung auf. Souverän übernahm Schulte-Vögeling in den folgenden dreieinhalb Stunden die neue Rolle. Er war ursprünglich als Spielleiter eingeplant gewesen. „Definitiv nicht“, verneinte er die Frage nach seiner bisherigen Moderatorenerfahrung. „Die dreieinhalb Stunden vergingen für uns auch wie im Fluge“, erklärte der Meistertrainer. „Wir hatten drei Stunden angedacht, aber es war eben live“, ergänzte Wollek. Die Verlängerung ergab sich aus dem Stechen zwischen Engelchen und Teufelchen.

Die zuvor gewählten Mannschaften der beiden Kontrahenten hatten sich nämlich nach 24 diversen Partyspielen und Quiz rund um den Verein 12:12-unentschieden getrennt. Teufelchen-Vertreter Schulte-Vögeling verlor dann das Finale beim einhändigen Einsortieren von Legosteinen gegen Lublow. Vom Trainer der ersten Mannschaft stammt auch die Idee, etwas zu machen. „Die Grundidee“, korrigiert Schulte-Vögeling. Die Gruppe um Geckert, Lublow, dem Vorsitzenden Karsten Schilling, Wollek und ihn hätte die Idee in zwei Monaten weitergesponnen. „Wir wollten dem Verein etwas bieten, Corona nicht auf der Coach aussitzen.“ Schulte-Vögeling ist eigentlich Hammer, identifiziert sich aber mit dem Bönener Verein. „Hier findet man für jedes Projekt Leute, die einen unterstützen. Ich fühle mich wohl in Altenbögge“, so der Hammer. Ein Verein bestehe ja nicht nur aus dem Ergebnis, das nach einer Stunde auf der Anzeigetafel stehe, definiert der Trainer. „Wir sind uns einig, dass es von A bis Z eine stimmige Sache war“, schloss Wollek. Zugeschaut hätten auch viele ehemalige Mitspieler, auch Tino Stracke und Thomas Wollek von der HSE Hamm.

Das Telefon für persönliche Wünsche, WhatsappFotos und -Videos hätte ununterbrochen geklingelt. Spendabel zeigten sich die Fans zudem: Zugunsten der Aktion Lichtblicke sammelte der Verein 1066,88 Euro. „Ohne Dustin, der unsere spontanen Ideen in der Vorbereitung gleich weiterdachte und umsetzbar machte, wäre die Xmas-Party nicht möglich gewesen“, lobte Schulte-Vögeling. „Ich denke, er hat in den letzten vier Wochen sicherlich die meiste Arbeit in das Projekt gesteckt.“ Es folgt die Verlosung der Preise vom Gabentisch. Dort lagen neben den RSV-Christbaumkugeln, die auch im Fanshop des Vereins zu bekommen sind, viele persönlich Spenden der Altenbögger Handballer.

Schulte-Vögeling selbst spendierte einen Gutschein für die Teilnahme an einem Training mit der ersten Mannschaft. „Ich hoffe, dass jemand gewinnt, der Spaß daran hat. Es gibt ja einige, die das mal kennenlernen wollen.“ Die Auslosung werde noch in dieser Woche aufgezeichnet und über die sozialen Medien gestreamt.