Am vergangenen Sonntag, beim erfolgreichen Auftritt gegen die Spvg Steinhagen (29:23), saß bei den Handballern des RSV Altenbögge der neue Trainer Nadim Karsifi zwar auf der Bank, überließ das Coachen aber zu einem Großteil seinem Vorgänger Norbert Kleeschulte. An diesem Freitag wird der 33-jährige Dattelner erstmals der Hauptverantwortliche beim Spiel des Verbandsligisten bei der TG Hörste sein. Genug Erfahrung bringt der junge Trainer mit libanesischen Wurzeln mit. Seinen Heimatverein VfL Brambauer führte der ehemalige Rückraumlinke über fünf Jahre bis in die Landesliga. Der letzte Verein des diplomierten Sport- und Fitnesstrainers war bis Ende Februar 2022 Ligakonkurrent PSV Recklinghausen. WA-Mitarbeiter Markus Liesegang stellt den Neuen vor.

Wie war es beim ersten Mal in der Halle des Marie-Curie-Gymnasiums? Waren Sie nervös?

Nein, ich war nicht nervös. Eher entspannt. Ich habe geahnt, dass wir das Spiel gewinnen. Einerseits ist das eine sehr, sehr gute Truppe. Und dann war die Motivation hoch. Die Jungs wollten.

Beim Aufwärmen war die Beschallung extrem laut. Ungewöhnlich, störend oder kennen Sie das von ihren vorherigen Stationen?

Das ist schon sehr besonders, echt beeindruckend. Aber ich mag das. Aus Brambauer-Zeiten kenne ich es und als Spieler wirst du dadurch zusätzlich gepusht.

Haben Sie lange nachgedacht, bevor sie zugesagt haben in Altenbögge? Es ist ja schon einiges an Strecke von Datteln hierher.

Ich hab nicht übermäßig lange nachgedacht, nur ein paar Tage. Es ging recht zügig. Ich kannte ja Tino (Stracke, Sportlicher Leiter des RSV) und Thomas (Wollek, Vorstand). Es war schnell klar, dass unsere Vorstellungen sich decken und ich meine hier umsetzen kann. Natürlich ist das eine Strecke, aber wer unseren Sport liebt, nimmt das in Kauf. Und am Wochenende dann eine solche Stimmung in der Halle zu erleben, das ist super.

Sie haben im ersten Spiel lange still auf der Bank gesessen und Norbert Kleeschulte machen lassen. So sah es jedenfalls aus. Als Gegner Steinhagen dann auf offene Deckung umgestellt hat, der RSV damit gar nicht klar kam, haben Sie eingriffen.

Ja, denn da hatte ich direkt eine Idee, die wollte ich einbringen. Vorher habe ich mit einzelnen Spielern auf der Bank ein paar taktische Sachen besprochen.

Haben Sie das mit den jungen Spielern wie Tim Baeck besprochen? Die Älteren von ihnen wissen doch eh schon alles…

Natürlich haben die von vornherein ein hohes Spielverständnis, aber ich sehe das Spiel ja aus einer anderen Perspektive. Die Spieler sind während des Spiels in einem eigenen Modus. Kapitän (Sören Feldmann), Mittelmann (Eike Jungemann) und Trainer müssen gut zusammenarbeiten, damit es gut funktioniert.

Gehört die Taktiktafel bei Ihnen zum Handwerkszeug?

Ja, ich benutze sie schon länger und sehr gerne.

Was finden Sie gut, was wollen Sie anders machen?

Die Deckungsarbeit ist schon gut, da geht es nur umden Feinschliff. Ich werde versuchen, das Tempo zu erhöhen, den Angriff flexibler zu machen. Jeder könnte Verantwortung übernehmen, Lösungen finden. Das wird sich alles ergeben.

Das Ziel, der Klassenerhalt, dürfte erreicht werden. Was planen Sie für die kommende Saison?

Wir müssen noch vier Punkte holen für den sicheren Klassenerhalt. Und nächstes Jahr wird die Saison schwerer. Es kommen ja einige Mannschaften runter.

Wie wird die Saisonvorbereitung aussehen?

Ich habe einen Plan, den müssen wir aber noch abstimmen. Ich denke an eine acht- bis zehnwöchige Vorbereitung. Es wird zwei Trainingslager geben. Wichtig ist mir die Prävention, um diese kleinen Wehwehchen, Verletzungen möglichst zu verhindern. Die Jungs sollen fit sein.

Wird auch über Neuzugänge nachgedacht?

Ein, zwei Neue müssen dazu kommen. Allein wegen der beruflichen Verpflichtungen einiger Spieler hier. Die Planungen laufen. Ansonsten gilt es, die jungen Spieler einzubinden, wenn sie denn wollen. Sie müssen bereit sein, mehr zu investieren.